Atelier Manou

Gemälde, Ausstellungen und Malkurse von Manuela Rathje.

Für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

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Manuela Rathje
Atelierista
Amselring 74
24220 Flintbek
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Mensch und Tier- Laudatio der Galeristin Marid Taubert Galerie Tobien

23. Juli 2017

Die Laudatio der Husumer Galeristin Marid Taubert der Galerie Tobien zur Vernissage » Mensch und Tier « am 15.07.2018

Liebe Freunde der Galerie Tobien, Herzlich Willkommen zu unserer Ausstellung "Mensch und Tier". Wie komme ich auf die Idee zu solch einer Ausstellung, mit so einem "schlichten" Titel? –den Menschen und das Tier gleichwertig als Thema einer Ausstellung ? Was vordergründig banal klingt, hat lange Tradition: Die Darstellung von Menschen und Tieren in der Kunstgeschichte. Immer schon war es den Menschen, insbesondere den Künstlern unter ihnen ein Bedürfnis, sich ein Bild zu machen von ihrer Umgebung, dem menschlichen Gegenüber, aber auch von den Tieren. Ganz zu Beginn der menschlichen Kultur in den Höhlenmalereien - hier waren die Tiere begehrte Jagdobjekte, die dem Überleben dienten. Später dann z.B. im Barock wurden Tiere gerne auch als Lebensbegleiter, Statussymbol oder gesellschaftliches Schoßhündchen dargestellt. Die menschliche Beziehung zum Tier ist ein nie endendes Thema in der Kunst; mit unendlichen Varianten über die Jahrhunderte hin, und ein Spiegelbild von gesellschaftlichen Veränderungen. Ein Spiegelbild vom Umgang mit dem Tier und der Beziehung zum Tier. Darstellungen vom Menschen selbst haben ebenso lange Tradition. Was könnte faszinierender sein, als der Versuch das eigene menschliche Wesen künstlerisch zu fassen? Kein Wunder also, dass das Thema Mensch die Kunstgeschichte bis heute durchzieht. Es bleibt modern und aktuell, in all seinen Spielarten. Individuelle Porträtmalereien, die ihre Blütezeit in der Renaissance hatten, gibt es heute ebenso wie komplett abstrakte Farbkompositionen zum Thema Mensch. Das spannende und einmalige daran ist, dass es uns, den Betrachtern, ein menschliches Gegenüber bietet. Unweigerlich fragt man sich, wer ist dieser Mensch oder was ist überhaupt ein Mensch? Was ist menschlich? Nun zu unserer Ausstellung: Manuele Rathjes Tierdarstellungen und Irmtraut Heltens Menschenbildern. Was für Bilder vermitteln uns die beiden Künstlerinnen über ihre Malerei vom Menschen und vom Tier? Zunächst ein Blick auf Manuela Rathje's Tiergemälde. Das besondere hier in dieser Ausstellung, es geht nicht um Darstellungen von Menschen mit ihren Tieren. Die Tiere sind weder Jagdobjekt, Arbeits- oder Nutztier noch Haustier. Als Betrachter müssen wir uns selbst positionieren, in Beziehung treten zu dem Tier als Individuum im Gemälde. Die Tiere treten uns bei Manuela Rathje's Gemälden direkt gegenüber. Großformatig, ja nahezu in Lebensgröße stehen wir, nicht dem vertrauten Hund oder der Katze gegenüber, sondern überwiegend exotischen Tieren. Aus dem alltäglichen Leben kennen wir dies keineswegs. Vielleicht grade noch aus unseren Erfahrungen im Zoo, dort aber mit einem klaren hierarchischen Gefälle. Das Tier ohnmächtig gefangen hinter Gittern, der Mensch mächtig und geschützt auf der anderen Seite. Unsere gewohnte Hierarchie dem Tier gegenüber fällt zusammen, wenn wir Manuela Rathje's Tiere betrachten. Denn wir haben ein Gegenüber: Das Tier blickt, nicht nur wir blicken auf das Bild. Können wir das Tier so noch als Objekt wahrnehmen? Als lebensnotwendiges Nahrungsmittel, als Schmusetier für unsere Beziehungswünsche? Wenn man z.B. einen Blick auf den Gorilla wirft, in seiner Denkerpose, kommen wir dann noch auf die Idee, dem Tier das Fühlen und Denken oder gar eine Seele abzusprechen? Auf einmal erscheinen diese bis heute immer wieder noch genannten Thesen in der Philosophie und Wissenschaft absurd. Juristisch gesehen gelten (Haus-)Tiere noch heute als Sache. Wie kommen wir darauf, uns über das Tier zu erheben? Manchmal fast mystisch und märchenhaft erscheinen die Tiere Manuelea Ratjes, fast wie aus einer anderen Welt. Und doch sind sie zugleich so präsent und unmittelbar wie sie dem Betrachter entgegenblicken, die Augen betont, der Blick direkt gerichtet, dass man fast meint ein Teil dieser Welt zu sein. Nur schwer kann man sich dem Bild entziehen. In bunten expressiven Farben brechen die Tierfiguren aus dem abstrakten Bildgrund. Ungeheuer dynamisch wirken die Bilder durch ihre gestische Malweise und den dunklen Hintergrund, der die Farbigkeit umso kräftiger leuchten lässt. Auf diese Weise entstehen Bilder von Tieren, bei denen es nicht übertrieben ist von Tierporträts zu sprechen. Denn grade individuelles Blicken, Mimik und Gestik sind es, die ein Porträt im klassischen Sinne ausmachen. Nun ein Blick auf Irmtraut Heltens Bilder vom Menschen. Neben rein abstrakten Farbkompositionen ist der Mensch das Hauptthema der Künstlerin. Es entstehen immer wieder neue Kompositionen von menschlichen Figuren und ihren Begegnungen. In warmen changierenden Farben fügen sich ihre menschlichen Gestalten in vertraute Hintergründe ein. Beim Ruhrgebiet Menschen in städtischer Umgebung, bei „Ich habe die Ehre“ Menschen in ihrem Beziehungsgeflecht einfach im warmen diffusen Raumhintergrund. Das besondere bei ihren Menschendarstellungen ist, dass die Gesichter ausgespart sind. Bewegung und Beziehung der Figuren untereinander werden vielmehr über die Haltung der Personen fühlbar. Es entstehen stimmungsvolle Beziehungsbilder; man fühlt sich als Betrachter eingeladen diesen manchmal fast intimen Szenen aus der Distanz beizuwohnen. Der Blick des Betrachters möchte verweilen, beobachten, wahrnehmen, sich hinein spüren in die dargestellte Beziehung. Zueinander geneigt, abgewandt, verhalten, selbstbewusst....unendlich ist der Ausdruck von Körpersprache. Und ebenso unendlich ist der Ausdruck von Farben und Formen im Bild, die den Ausdruck der Figuren stärken und in ihrer eigenen Ausdruckskraft wirken. Dabei braucht Irmtraut Helten kein Gesicht, sie braucht keinen Blick um menschliches Miteinander auszudrücken. Wir als Betrachter können uns fragen, wie nehmen wir eigentlich unsere Mitmenschen wahr? Haben wir Augen für nonverbale Signale unserer Mitmenschen? Gestimmtheit, Haltung und Bewegung alles ist Ausdruck unseres Menschseins. Also sind Irmtraut Heltens Bilder Porträts vom menschlichen Sein und Porträts menschlicher Beziehungen. Sie laden uns ein wahrzunehmen, sich dem Nonverbalen hinzugeben, sich ein Bild zu machen, die Sinne wach werden zu lassen für Farben, Formen und Beziehungen. Irmtraut Helten erlernte zunächst das Schneiderhandwerk und studierte Modedesign und Schnitttechnik. Das spiegelt sich deutlich in ihren Bildern wieder Auch Manuela Rathje kam erst nach ihrer ersten Berufstätigkeit als Bankkauffrau zur Kunst. Sie richtet ihre Kunstprojekte mit Kindern und Jugendlichen auf deren nachhaltige Entwicklung aus. So kombiniert sie Kunstprojekte mit ökologischen und globalen Themen.